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Oktober 2010, Marbacher Zeitung

Zu einem Auftritt mit dem Gastmusiker Markus Berkmann im Café Schiller, Marbach:

“Eine Besucherin zieht einen Zettel aus dem schwarzen Hut. Ein Los, das über das nächste Lied entscheidet. “Endlich bist du weg”, liest der Comedy-Mann Markus Berkmann vor – und muss sich etwas ausdenken. Improvisieren ist gefragt, an diesem Samstagabend beim Knopfkino im Café Schiller. “Ich würde nie eine Ballade am Anfang spielen”, sagt Berkmann dann. Trotzdem setzt er sich an sein Keyboard und beginnt zu musizieren. Die beiden anderen Künstler Mehrdad Zaeri und Enno Kalisch stehen bereit, um weitere Zutaten zu einer einzigen Geschichte zusammenzufügen.

Mehrdad Zaeri zeichnet einige Szenen, die an eine Leinwand projiziert werden. Dabei ist nicht nur das Gezeichnete aussagekräftig, sondern auch jede seiner Bewegungen trägt zum Gesamtkunstwerk bei. Enno Kalisch beginnt währenddessen, die Handlung zu erzählen. Dabei sei es sehr wichtig, den Zuhörern einen roten Faden zu den Eindrücken zu geben. “Die verschiedenen Sinneseindrücke greifen ineinander”, erklärt der Schauspieler. Aus einer Illustration kann sich der nächste Handlungsschritt ergeben, und aus einem Satz wird eine gezeichnete Szene. Die Musik kann die Geschichte dann wieder in eine ganz andere Richtung treiben oder genau dort zurücklassen, wo sie angefangen hat. “So ist jeder Abend eine Premiere”, weiß Enno Kalisch. Texte, Illustrationen und Musik lassen dennoch viel Spielraum für die Fantasie der einzelnen Gäste. “So können sie selbst entscheiden, wie weit sie sich einlassen wollen”, erklärt Enno Kalisch.

Genau so ist das Knopfkino auch gedacht. Alles, was passiert, ist für das Publikum so überraschend und neu wie für die Künstler. Die Gäste können es auf sich wirken lassen oder den Verlauf der Geschichte aktiv mitgestalten. Die Unterschiede zwischen den Abenden seien enorm, findet Enno Kalisch. “Manchmal stehen wir in sehr engem Dialog mit dem Publikum, und ein anderes Mal lehnen sich die Gäste lieber etwas zurück.” Diese Details machten das Knopfkino jedes Mal wieder individuell und besonders.

So entsteht mit dem Publikum im Café Schiller die Geschichte einer Frau, die nach Russland auswandert. Nach und nach wird ihre Geschichte aufgedeckt – und durch den Einsatz der Künstler passt sogar ein Unterwasserbaum wunderbar in das Geschehen. Brigitte Hofmann ist als Gast dabei und schon nach dem ersten Teil begeistert. “Die hergestellten Verbindungen sind sehr spannend”, findet die Beilsteinerin. Und da ist sie nicht die Einzige. Uschi Markus ist mit ihrem Mann gekommen. “Ich wusste, dass es lustig wird”, sagt sie. Normale Abende gäbe es bei Auftritten des Knopfkinos nicht.

Das Trio hat ganze Arbeit geleistet und die Gäste auf eine interessante Reise mitgenommen. Dafür brauchte die Gruppe aber nur wenige Utensilien. Auch dieser Aspekt gehört gewissermaßen zum Konzept, denn ein Knopf ist auch eine kleine Sache, die man überallhin mitnehmen kann. “Das Ganze ist ohne viel Aufwand zu ermöglichen”, erklärt Enno Kalisch. “Und das Tollste ist, dass es uns allen guttut.”

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Juni 2012, Kulturagenda- Bern

zu einem Auftritt im Geschichtenladen Tausendundzwei, Bern:

“Kunst mit einfachen Mitteln

Im „Knopfkino“ erfinden der Zeichner Mehrdad Zaeri und der Schauspieler Enno Kalisch Geschichten aus dem Stehgreif. Ein Vergnügen zum Selbermitmachen im Geschichtenladen Tausendundzwei in der Länggasse.

„Es war Kollegenliebe auf den ersten Blick“, sagt Roswitha Menke, Inhaberin des Geschichtenladens Tausendundzwei, über Enno Kalisch. Die Geschichtenerzählerin und den deutschen Tausendsassa verbindet die Improvisationsschauspielerei. Menke hat ihn zusammen mit seinem Partner Mehrdad Zaeri und ihrem Programm „Knopfkino“ in die Schweiz eingeladen.

„Kalisch hat die Gabe, Stimmungen und Dinge, die ihm zugeworfen werden, in seine Geschichten einzubauen. Ich habe laut gelacht, irgendwann hatte ich aber tatsächlich auch Tränen in den Augen“, schwärmt Menke.

Das „Knopfkino“ kommt mit wenigen Requisiten aus: mit Papier, Stift und einem Beamer, der die Zeichnungen an die Wand projiziert.

Nach einem Stichwort aus dem Publikum beginnt Zaeri zu zeichnen und Kalisch erfindet dazu eine Geschichte. In der reagiert er dann aus dem Stehgreif auf weitere Stichworte genauso wie auf Zaeris Zeichnungen. Große Kunst mit einfachen Mitteln.”

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4.12.2009, Schaumburg-Lippische Landeszeitung

…Ist es eine Frau oder ein Hund? Enno Kalisch……läßt seinen Assoziationen freien Lauf: „Ver-Wesernde Berge. Der 16. Ortsteil Porta Westfalicas – einfach im Eis eingebrochen.“ Bissig sein Abgesang auf die „Generation Praktikum“…. …„Das gehört zu unserem kindlichen Spiel“, entgegnet Mehrdad. „Nach unseren Auftritten werden alle Bilder vernichtet. Vorsichtig reißt Mehrdad eine kleine Figur aus dem Bild, zerknüllt es. Ab damit in den Papierkorb…